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TMS / Mindbody-Syndrom · Schreibmethode

Free Writing: Schreibströme

Freies Schreiben gibt Gedanken und Gefühlen Raum, ohne dass du schon wissen musst, wohin sie führen. Hier findest du meine ausführliche Anleitung – zum Lesen, Ausprobieren und Arbeiten in deinem eigenen Tempo.

Eine Person sitzt am Schreibtisch vor einer Seite voller Skizzen und Farben

Eine Methode zum Sortieren

Was ist Free Writing?

Free Writing – freies Schreiben – heißt: Du schreibst für eine bestimmte Zeit alles auf, was dir zu einem Thema durch den Kopf geht. Ohne schöne Formulierungen, ohne Korrektur und ohne dass jemand mitliest. Ein Gedanke darf zum nächsten führen, auch wenn es auf den ersten Blick keinen Zusammenhang gibt.

In meiner Arbeit rund um TMS nutze ich Schreibübungen als Möglichkeit zur Selbstreflexion. Sie können helfen, Gedanken und Gefühle bewusster wahrzunehmen und eigene Themen zu sortieren. Sie sind keine Diagnose und versprechen keine Veränderung von Schmerzen.

Bine Fetz lächelt in die Kamera

Warum ich damit arbeite

Mein eigener Zugang

Ich habe selbst 17 Jahre mit chronischen Rückenschmerzen gelebt. Die Beschäftigung mit TMS, Gedanken und Gefühlen hat mir einen neuen Blick auf meine Geschichte eröffnet. Aus dieser persönlichen Erfahrung und meiner Arbeit mit dem Thema ist auch mein Workbook „Spurensuche“ entstanden. Free Writing ist darin eine von mehreren Möglichkeiten, sich den eigenen Themen schreibend zu nähern.

Mein Weg ist persönlich und nicht automatisch auf andere übertragbar. Du musst beim Schreiben nichts Bestimmtes entdecken oder erreichen.

Schritt für Schritt

Deine Schreibströme-Übung

In meinem Workbook empfehle ich, etwa 20 Minuten zu schreiben. Sieh die Zeit als Orientierung, nicht als Prüfung: Du darfst kürzer schreiben, eine Pause machen oder jederzeit aufhören.

01

Drei Listen anlegen

Nimm ein Blatt für jede Liste: frühere Belastungen, aktuelle Belastungen und Eigenschaften oder Ansprüche an dich selbst. Sammle in Stichworten, ohne gleich alles erklären oder bewerten zu müssen.

02

Ein Thema auswählen

Wähle ein Stichwort, das sich gerade passend anfühlt. Du musst nicht das schwierigste Thema nehmen. Wenn du möchtest, schreib es in die Mitte eines Blattes und notiere fünf Minuten lang alles, was dir dazu einfällt. Verbinde die Wörter wie bei einer Mind Map.

03

Für dich frei schreiben

Stell dir einen Timer auf 20 Minuten und leg ihn außer Sichtweite. Schreib weiter, ohne Sätze zu verbessern oder auf Rechtschreibung zu achten. Wenn du stockst, schreib zum Beispiel „Mir fällt gerade nichts ein“ und schau, was danach kommt. Du kannst von Hand schreiben – wie ich es im Workbook vorschlage – oder tippen, wenn das für dich besser passt.

04

Wahrnehmen, was auftaucht

Achte während oder nach dem Schreiben darauf, welche Gedanken und Gefühle da sind und wie es dir gerade geht. Es muss keine große Erkenntnis entstehen. Manchmal kommen Gefühle erst später, manchmal auch gar nicht – beides ist in Ordnung.

05

Gut abschließen

Gönn dir nach dem Schreiben eine kleine Pause. Du kannst still sitzen, ein Glas Wasser trinken, ein paar Schritte gehen oder fünf bis zehn Minuten eine ruhige Atem- oder Achtsamkeitsübung machen. Deine Notizen sind privat: Bewahre sie sicher auf oder vernichte sie, wenn du das möchtest.

Deine drei Listen als Ausgangspunkt

Sammle nur, was du heute aufschreiben möchtest. Du musst keine schmerzhaften Erinnerungen detailliert festhalten und kannst jederzeit bei einem neutraleren Thema beginnen.

Liste 1

Vergangene Belastungen

Erlebnisse aus Kindheit oder Erwachsenenleben, die dich beschäftigt oder gefordert haben – zum Beispiel Konflikte, Abschiede, Veränderungen, Krankheit, Mobbing oder schwierige Zeiten in Familie, Freundschaften und Beruf.

Liste 2

Aktuelle Belastungen

Dinge, die dich heute beschäftigen: Beziehungen, Familie, Geld, Arbeit, Entscheidungen, Alltag, Beschwerden oder der Umgang mit Diagnosen und Behandlung.

Liste 3

Eigenschaften und Ansprüche

Muster, die dir manchmal Druck machen können – etwa Perfektionismus, hohe Ansprüche, es allen recht machen wollen, ein strenger innerer Kritiker oder Schwierigkeiten, Grenzen zu setzen.

Wenn du eine Frage brauchst

Schreibimpulse zum Loslegen

Du kannst auch einfach mit „Gerade denke ich …“ beginnen und sehen, wohin dich der Gedanke führt.

  • Was beschäftigt mich gerade am meisten?
  • Welche Erwartungen an mich selbst fühlen sich schwer an?
  • Was würde ich gern sagen, spreche es aber bisher nicht aus?
  • Was brauche ich im Moment – und was könnte mir guttun?
  • Was möchte ich an mir oder meinem bisherigen Weg anerkennen?

Zwei weitere Schreibformen

Loslass-Post und Dialog

Ein Brief, den du nicht abschickst

Schreib einer Person, an die du etwas ungesagt im Kopf hast. Du musst den Brief niemandem zeigen oder schicken. Danach kannst du kurz notieren, wie es dir beim Schreiben ging. Entscheide selbst, ob du ihn sicher aufbewahrst oder vernichtest.

Ein frei erfundener Dialog

Beginne mit einer Frage oder einem Satz und lass zwei Stimmen abwechselnd schreiben. Das können unterschiedliche Seiten in dir oder auch erfundene Gesprächspartner sein. Markiere, wer gerade spricht, und lass den Dialog laufen, ohne ihn bewerten zu müssen.

Sanft bleiben und gut für dich sorgen

Manchmal kommen beim Schreiben Gefühle auf, manchmal bleibt es ganz ruhig. Beides ist in Ordnung. Wenn du dich überwältigt fühlst, leg den Stift weg, schau dich im Raum um, spüre den Boden unter deinen Füßen und nimm Kontakt zu einer vertrauten Person oder passenden Fachperson auf.

Auf meiner bisherigen Seite empfehle ich, regelmäßig zu üben. Entscheide selbst, was sich für dich gut und machbar anfühlt. Du musst nicht täglich schreiben und keine bestimmte Dauer einhalten. Free Writing ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Unterstützung.

Möchtest du noch tiefer einsteigen?

Im Workbook „Spurensuche“ findest du weitere Hintergründe und Übungen. Oder lies die TMS-Seite und den Wochenplan in Ruhe weiter.

Workbook als PDF herunterladen

Möchtest du den nächsten Schritt gehen?

Wenn du herausfinden möchtest, ob dieses Angebot zu deinem Anliegen passt, melde dich gern.